Die Geschichte des Weihnachtsmarkt Freiburg

Wie ein zufälliger Bilderfund 1989 zeigte, knüpft der heutige Weihnachtsmarkt Freiburg an eine alte Tradition an: Schon im 19. Jahrhundert gab es auf dem Münsterplatz einen Christkindlesmarkt. Viel mehr weiß man allerdings nicht. Aber vielleicht waren auch damals schon beliebte Leckereien wie Maroni oder Marzipan der Renner. Die Lange Rote und der Glühwein haben sich aber erst seit 1973 zum Markenzeichen entwickelt.

Öffnungszeiten

Mo - Sa 10.00 – 20.30 Uhr So 11.30 – 19.30 Uhr Geschlossen am 24.11.

Tradition des Weihnachtsmarktes: Der Anfang liegt im Mittelalter

Weihnachtsmärkte sind nicht von heute auf morgen entstanden. Die Idee entwickelte sich aus den Verkaufsmessen und Märkten im Spätmittelalter. Hier deckten sich die Bürger zu Beginn des Winters mit Fleisch und anderen winterfesten Produkten ein. Zunehmend wurden die Märkte vielfältiger und erlaubten es Handwerkern wie Spielzeugmachern, Korbflechtern oder Zuckerbäckern ihre Produkte auf Marktständen zu verkaufen. Auch geröstete Maroni, gebrannte Nüsse und Mandeln waren damals schon sehr beliebt.

Mit dem „Dezembermarkt“ zur Versorgung der Wiener Bevölkerung anno 1296 und einem „Nikolausmarkt“ in München anno 1310 wurde der Grundstein für die eigentlichen Weihnachtsmärkte gelegt. Während die Jahrhunderte verstrichen, breitete sich diese beliebte Tradition im ganzen deutschsprachigen Raum aus. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind Weihnachtsmärkte aus unserem Brauchtum nicht mehr wegzudenken!
 

Zeitsprung: 1973
Der erste Freiburger Weihnachtsmarkt

Der erste Weihnachtsmarkt Freiburg fand vom 01.-20.12.1973 statt. Er wurde täglich von morgens bis abends musikalisch von Kinderchören und Musikkapellen begleitet. Außerdem von Sonntagsfahrverboten. Typisch 70er. Bereits die erste Veranstaltung war ein großer Erfolg.

Das war los:  

  • 50 Bewerbungen auf 20 Stände
  • Besonders beliebt: Weckmänner, heiße Würste, Glühwein, gebrannte Mandeln
  • Der Renner: ein Obststand 
  • Pressemeldung am 13.12.1973, dass es eine regelmäßige Veranstaltung werden soll. 

1974 bis 1980

Schon der zweite Freiburger Weihnachtsmarkt war weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Kanadier aus Lahr fuhren mit 36 Omnibussen an. Auch viele Schweizer und Franzosen besuchten den Weihnachtsmarkt und ließen den Umsatz um über 30% ansteigen. 

Das war los:  

  • 25 Stände auf dem frisch renovierten Rathausplatz
  • Zum ersten Mal sonntags die sogenannten „Sozialstände“
  • Die Kajo wurde am 30.11.1974 mit Schneekristallmotiven dekoriert und das rote Kreuz verkaufte Gulaschsuppe aus der Feldkanone. 
  • Eine geschmückte Straßenbahn fuhr durch die Innenstadt. 
  • Die Brauerei Ganter schickte einen Weihnachtsmann mit Schlitten. 
  • Freiburger Schulen wurden zu einem Malwettbewerb aufgerufen. Es gab 30 Kofferradios zu gewinnen. 

1980 bis 1990

Die Zahl der Bewerbungen wuchs rasant: 1982 gingen über 150 Bewerbungen für den 10. Freiburger Weihnachtsmarkt beim Liegenschaftsamt ein, 1984 waren es 200. Deshalb wurde der Markt erst auf 33 Stände vergrößert, mit einem Karussell als Mittelpunkt. 1985 wuchs der Markt auf 38 Stände an und 1990 war man bei 46 Ständen.

Das war los:  

  • 1980 wird das schönste „Springerle“ gesucht. Das Münster Springerle gewinnt.
  • Neu im Sortiment: ein „Kränzlestand“, Marionetten und Puppen
  • 1981 wurden alte Orgelpfeifen der Christuskirchen-Gemeinde verkauft. Der Erlös floss in eine neue Orgel. 
  • Der Renner: Das „Dukatenspiel“ der 170 Einzelhändler mit der Verlosung eines Kleinwagens auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt.
  • Rolf Böhme eröffnete den 10. Freiburger Weihnachtsmarkt. Zur Eröffnung gab es Lebkuchen und Kakao. 
  • Besonders beliebt 1983: ein Trachtenhutstand
  • Der Nikolaus brauchte einen Esel um das viele Obst zu tragen, das an die Kinder verschenkt wurde.

Seit 1990

1991 schloss sich die Franziskanerstraße am Hauptmarkt mit 26 Ständen an. Die ersten vier bis fünf Jahren wurden die Erweiterung sehr schlecht von den Besuchern angenommen. Heute ist sie von dem Gesamtbild des Marktes nicht mehr wegzudenken und ermöglicht einen schönen Rundlauf um die St. Martins Kirche. Bis 2012 wurde der Markt auf 113 Stände und die zusätzlichen Sonntagsstände auf der Kajo erweitert, 2014 waren es schon 120.

Das war los:  

  • Neu 2012: eine Krippe
  • Bedingt durch den Neubau des Gebäudes Kajo 192 konnte die Franziskanerstraße 2013 nur zur Hälfte bespielt werden. Ausweichort für zehn Stände: die Turmstraße. Sie erwies sich als optimale Erweiterung und Entzerrung der Besucherströme. 
  • 2014 kamen zwei Fahrgeschäfte und eine Krippe dazu.
  • Neu 2018: Die FWTM organisierte gemeinsam mit der OFM 69 eigene Verkaufsstände und eine Kinderbackstube. Das Kunsthandwerk wurde bei den Entgelten um 50% reduziert – die Imbiss- und Glühweinstände etwas angehoben.
  • Neu: ein Spülcontainer in der Predigerstraße

 

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